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Wie gefährlich sind die US-Sanktionen gegen russische Bankenableger in Österreich und Deutschland?

Montag den 4.01.2016

Die USA erteilen den Russen gerade eine Lehrstunde, dass moderne Konflikte nicht mehr unbedingt mit Schusswaffen, sondern eher subtil auf Bankkonten geführt werden. Die Besetzung der Krim durch Russland war dem Westen natürlich ein Dorn im Auge, aktiv zu intervenieren war jedoch keine Option. So griffen die USA und Europa auf die Taktik der Sanktionen zurück.  Diese schlossen auch Geschäfte mit russischen Banken mit ein. Der jüngste Vorwurf, russische Banken würden auch Geschäfte mit Syriens Machthaber Assad umsetzen, führten dazu, dass die USA ihre Sanktionen gegen Russland noch einmal ausweiteten. Dass der „Kriegsschauplatz“ allerdings Österreich ist, mutet eher seltsam an.

Die Liste der sanktionierten Unternehmen umfasst 34 Namen, darunter auch die drei großen russischen Banken und deren Töchter. Zwei der drei Banken, die Sberbank und die VTB Bank, unterhalten Zweigniederlassungen in Österreich, die jetzt ebenfalls sanktioniert werden. Die Executive Order 13662 untersagt es, den betroffenen russischen Banken Einlagen und Kredite mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen zur Verfügung zu stellen.

Neben der VTB Bank und der Sberbank, die wiederum ein 100prozentiges Tochterunternehmen der Sberbank of Russia ist, hat es jetzt allerdings auch noch die Raiffeisenbank Oberösterreich erwischt. Diese ist mit zwei Prozent an der Krayinvestbank beteiligt. Die Krayinvestbank ist neu auf der Sanktionsliste. Das Unternehmen wird mit der Sanktion für seine Aktivitäten auf der Krim bestraft (Order 13685). Die Regionalbank ist mit 16 Filialen und 88 Geldautomaten auf der Schwarzmeerhalbinsel vertreten.

Für die russischen Mutterhäuser hatten die Sanktionen der USA bereits gravierende Folgen. Das zweite Quartal infolge kam es zu einem Gewinneinbruch bei den Banken von über 90 Prozent.

Was müssen, was können die deutschen Kunden der VTB Bank tun?

Bei der VTB Bank (Austria) AG und der VTB Direktbank AG handelt es sich um Banken nach österreichischem Recht. Daran ändert auch die Tatsache, dass das Eigenkapital aus Russland stammt, nichts. Die VTB Bank gehört der österreichischen Einlagensicherung an, die wiederum im Rahmen der EU-Verordnung eine Absicherung pro Anleger in Höhe von 100.000 Euro garantiert.

Dies gilt auch für die Kunden der VTB Bank (Deutschland) AG, die ebenfalls mit attraktiven Angeboten für Festgelder und Tagesgeldern wirbt und seit 40 Jahren als Spezialbank für deutsch-russische Handelsbeziehungen gilt. Privatkunden in Deutschland sind jedoch automatisch Kunden der VTB Direktbank. Die VTB Direktbank gehört der Einlagensicherung der Banken & Bankiers G.m.b.H. in Österreich und damit dem Einlagensicherungsfonds an. Die Sanktionen der USA gegen die VTB Bank (Austria) AG und die VTB Direktbank AG haben für die Sparer keine Auswirkung.

Wie steht es mit der Sberbank?

Die Sberbank Europe Group ist eine hundertprozentige Tochter der Sberbank of Russia und hat ihren Sitz in Wien. Wie für die VTB Bank (Austria) AG gilt auch für die Sberbank Europe Group, dass sie Mitglied in der Einlagensicherung der Banken & Bankiers G.m.b.H. in Österreich. Die Sberbank operierte zunächst von Österreich auch in Deutschland, ist aber seit 2014 mit einer Niederlassung in Frankfurt am Main vertreten. Für die deutschen Kunden der Sberbank bedeutet dies allerdings nicht, dass bei der Sberbank Direct die deutsche Einlagensicherung greift. Die Frankfurter Filiale gilt als Zweigniederlassung des österreichischen Unternehmens. Auch für die Anleger der Sberbank gilt aber, dass Einlagen bis 100.000 Euro unter die europäische Vorschrift zur Einlagensicherung fallen und sich die Kunden daher keine Sorgen machen müssen.

Wer als Kunde der VTB Bank oder der Sberbank ganz sicher gehen möchte, kann seine Bank anrufen oder anschreiben und sich darüber informieren, welche Konsequenzen die US-Sanktionen haben können, und wie die Bank darauf reagieren wird. Seitens der Banken besteht dazu eine Auskunftspflicht.