Ende September 2026 hat die Santander-Gruppe in Deutschland einen Schlussstrich unter ihre bisherige Marke gezogen: Die frühere Santander Consumer Bank präsentiert sich seither als „Openbank by Santander“. Zum Neustart schraubt die Bank den Tagesgeldzins für Neukunden kräftig nach oben. Langjährige Santander-Kunden schauen dabei allerdings in die Röhre – sie wurden ohne eigenes Zutun zu Openbank-Kunden und erfüllen damit nicht die Voraussetzungen für den Willkommenszins.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Seit dem 28. September 2026 vertreibt die Bank alle bisherigen Santander-Produkte unter der Marke Openbank, rechtlich heißt sie bereits seit Mai 2026 Openbank Deutschland AG.
- Neukunden erhalten vier Monate lang 4,00 % Zinsen p.a. aufs Tagesgeld, begrenzt auf 100.000 Euro und in Verbindung mit einem kostenlosen Girokonto.
- Santander-Kunden wurden automatisch übernommen und zählen deshalb nicht als Neukunden – vom Aktionszins profitieren sie nicht.
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Warum Santander in Deutschland zu Openbank wird
Hinter dem Namenswechsel steckt eine Neuordnung des spanischen Bankkonzerns Banco Santander. Dieser hat seine bisher eigenständige Digitalbank Openbank mit seiner Verbraucherkredit-Tochter Santander Consumer Finance verschmolzen, um das europäische Privatkundengeschäft unter einem gemeinsamen Dach zu führen. Rechtlich abgeschlossen wurde dieser Schritt im Mai 2026. Seitdem trägt das Institut mit Sitz in Mönchengladbach offiziell den Namen Openbank Deutschland AG.
Für die Öffentlichkeit blieb zunächst alles beim Alten: Webauftritt und Logo zeigten weiterhin den bekannten Santander-Schriftzug. Erst mit dem offiziellen Markenstart am 28. September wurde die Umstellung sichtbar. Die Internetseite ist nun unter openbank.de zu finden, Filialen und Partner im Autohandel folgen nach und nach.
Die Bank bleibt dabei ein Schwergewicht im deutschen Privatkundengeschäft: Rund 3,1 Millionen Kunden und etwa 3.800 Beschäftigte zählt das Institut hierzulande. Es gehört weiterhin vollständig zur Banco Santander und steht unter der Aufsicht von BaFin und EZB.
Diese Produktnamen gelten jetzt
Von der Umbenennung sind neun Produkte betroffen. Die folgende Übersicht zeigt, wie die bisherigen Angebote heute heißen:
| Bisherige Bezeichnung | Neue Bezeichnung |
|---|---|
| Santander Tagesgeld | Openbank Tagesgeld |
| Santander Festgeld | Openbank Festgeld |
| Santander BestGiro | Openbank BestGiro |
| Santander BestCredit (Ratenkredit) | Openbank BestCredit |
| Santander CarCredit (Autokredit) | Openbank CarCredit |
| Santander BestCard Basic, Smart, Extra, Premium | Openbank BestCard Basic, Smart, Extra, Premium |
Verwechslungsgefahr besteht mit der „alten“ Openbank: Die spanische Open Bank S.A. war bis vor Kurzem über eine deutsche Zweigniederlassung aktiv, nimmt aber seit dem 15. Juli 2026 keine Neukunden mehr auf. Wer heute bei der Openbank ein Konto eröffnet, schließt den Vertrag also mit der Openbank Deutschland AG – der ehemaligen Santander – ab.
Willkommensangebot: 4,00 % Zinsen für vier Monate
Zum Markenstart setzt die Openbank ein deutliches Zeichen im Wettbewerb um Spargelder. Wer neu dazukommt, erhält auf dem Openbank Tagesgeld für die ersten vier Monate einen festen Zins von 4,00 % p.a. (Stand: 10.2026) Vor der Umstellung lag der Neukundenzins noch bei 2,75 %. Anschließend gilt der variable Bestandskundenzins, aktuell 2,00 % p.a.
Die Konditionen des Openbank Tagesgelds im Überblick:
- 4,00 % p.a. Zinsgarantie für vier Monate (Stand: 10.2026
- Aktionszins gilt bis 100.000 Euro Anlagesumme
- Keine Mindesteinlage, Start bereits ab 1 Euro
- Monatliche Zinsgutschrift mit Zinseszinseffekt
- Kostenloses Girokonto inklusive
- Einlagensicherung bis 100.000 Euro über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, zusätzlich Schutz durch den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands
Ein kleiner Wermutstropfen: Anders als früher bei Santander ist der Spitzenzins nicht mehr auf unbegrenzte Beträge anwendbar, sondern endet bei 100.000 Euro.
Zum Test vom Openbank Tagesgeld
Automatisch Openbank-Kunde: Was sich für Santander-Kunden ändert
Die gute Nachricht für alle bisherigen Santander-Kunden: Sie müssen nichts tun. Es handelt sich nicht um einen Wechsel zu einer anderen Bank, sondern um eine Umbenennung desselben Unternehmens. Alle Kundenbeziehungen wurden automatisch auf die Openbank übertragen – Verträge, Zinssätze, Kontonummern und Online-Banking-Zugänge bleiben unverändert bestehen. Daueraufträge und Lastschriften laufen weiter, eine Mitteilung an Arbeitgeber oder Vertragspartner ist nicht nötig. Neue Bank- und Kreditkarten im Openbank-Design kommen erst, wenn die alten regulär auslaufen.
Der Haken: Bestandskunden sind keine Neukunden
Genau diese automatische Übernahme hat jedoch eine Kehrseite. Weil Santander-Kunden nahtlos zu Openbank-Kunden geworden sind, gelten sie nicht als Neukunden der Openbank – und bleiben damit bei Neukunden-Aktionen außen vor. Für das Tagesgeld-Angebot heißt das konkret: Den Aktionszins von 4,00 Prozent (Stand: 10.2026) bekommt nur, wer in Deutschland lebt und in den letzten zwölf Monaten kein Tagesgeldkonto bei der Bank hatte. Ein früheres Santander Tagesgeld zählt dabei ausdrücklich mit.
Was das in Euro bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel für eine Anlage von 50.000 Euro über vier Monate:
| Zinssatz p.a. | Zinsertrag in 4 Monaten | |
|---|---|---|
| Neukunde | 4,00 % | ca. 667 Euro |
| Santander-Bestandskunde | 2,00 % | ca. 333 Euro |
Vereinfachte Berechnung vor Steuern, ohne Zinseszins.
Treuen Santander-Sparern entgehen damit rund 333 Euro. Ein Blick in den Tagesgeldvergleich kann sich für sie also lohnen, denn auch andere Banken locken derzeit mit attraktiven Neukundenzinsen.
Vorsicht vor Betrügern: Markenwechsel sind ein beliebter Anlass für Phishing-Mails. Die Openbank fragt weder per E-Mail noch per SMS oder Telefon nach PIN, TAN oder Passwort.
Fazit
Mit der Umbenennung in Openbank vollendet Santander seinen Konzernumbau in Deutschland. Für Bestandskunden bleibt im Alltag alles beim Alten – mit Ausnahme des neuen Namens. Neukunden dürfen sich über einen der derzeit höchsten Tagesgeldzinsen am Markt und ein kostenloses Girokonto freuen. Wer jedoch schon ein Santander Tagesgeld besaß, profitiert vom Willkommenszins nicht und sollte die Konditionen kritisch mit anderen Angeboten vergleichen.
Zum Test vom Openbank Tagesgeld